PRAXIS FÜR PHYSIOTHERAPIE  -                     Johan Duchateau
 
 
Beschreibung Therapieformen
 
 
Krankengymnastik
 ist eine Behandlung, die bei unterschiedlichen Krankheitsbildern eingesetzt wird. Zu den Therapiezielen gehören z.B. die Verbesserung der Beweglichkeit, Kraft, Ausdauer, Sensibilität, sensorischen Integration, Koordination oder des Gleichgewicht sowie die Schmerzreduktion. Je nach Beschwerden werden häufig zunächst geschädigte Strukturen mit manuellen Techniken behandelt, um eventuelle Schmerzen zu lindern. Zur Verbesserung von Funktionen und Aktivitäten werden dann aktive Übungen eingesetzt. Ziel der Behandlung ist es, dem Patienten zu ermöglichen – seinen individuellen Lebensumständen entsprechend - die Anforderungen des täglichen Lebens zu meistern.
 
 
Krankengymnastik auf neurophysiologischer Basis
Sie dient der Behandlung von Patienten mit Störungen des Zentralnervensystems. Es wird vorwiegend bei Halbseitenlähmungen (Hemiplegie) nach einem Schlaganfall (Apoplex), aber auch bei Lähmungserscheinungen nach Schädelhirnverletzungen, Multipler Sklerose und bei Parkinsonsyndrom angewandt.
Spastische Muskulatur wird gehemmt und gelähmte Muskulatur wird aktiviert, damit die normale (physiologische) Bewegung im Gehirn gespeichert werden kann. Für den Patienten ist es notwendig, das "Gelernte" in den Alltag umzusetzen. Dadurch können pathologische Bewegungsmuster am effektivsten gehemmt werden.
 
 
Manuelle Therapie
ist eine Methode, die sich mit der Untersuchung und Behandlung von Erkrankungen und Funktionsstörungen des Bewegungssystems befasst. Schmerzen, veränderte Beweglichkeit und Kraftverlust deuten auf eine Funktionsstörung hin. Mit weichen passiven, mobilisierenden Techniken sowie aktiven Übungen des Patienten zur Eigenmobilisation, werden z.B. Erkrankungen wie Hexenschuss, Kopfschmerzen oder „Tennisellenbogen“ usw. behandelt.
 
Kieferbehandlung (CMD)
Was ist CMD?
Craniomandibuläre Dysfunktionen sind funktionelle Erkrankungen der Kaumuskeln und Kiefergelenke. Die Erkrankung kommt in unseren Breitengeraden immer häufiger vor. Nach neuesten statistischen Untersuchungen weisen ca. 5 – 10% der deutschen Bevölkerung Symptome dieser Erkrankung auf. Wenn das Kausystem gestört ist, kann es zu vielfältigen Beschwerden kommen, da die gesamte Körperstatik in Mitleidenschaft gezogen wird. So kann zum Beispiel bei  Tinnitus-Patienten häufig eine Rückverlagerung des Unterkiefers als Ursache der Beschwerden in Frage kommen. Ein starker Rückbiss führt zu Neigung des Kopfes nach vorne und verändert somit  die Position der Halswirbelsäule. Eine Kopfgelenkblockade kann weiterlaufend zu Blockaden im Beckenbereich führen und eine Beinlängendifferenz provozieren. Störungen wie Schulter-Arm-Syndrome, Ischias- oder Kniebeschwerden stehen häufig im Zusammenhang mit der Funktionsstörung des Kausystems – der CMD

Wie macht sich CMD bemerkbar?
  • Schmerzen in den Gesichts- und Kaumuskeln
  • Schmerzen im Kiefergelenk
  • Übermäßiges Knirschen und Pressen mit den Zähnen
  • Zahnwanderungen und -lockerungen
  • Abgenutzte, gesplitterte, eingekerbte Zähne
 
Auch außerhalb der Kieferregion können häufig Symptome auftreten wie:
  • Schwindel
  • Ohrgeräusche (Tinnitus)
  • Nächtliche Atemstörungen
  • Schnarchen
  • Schulter- und Nackenschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Hüft- und Knieschmerzen
  • Kopfschmerzen, Migräne
  • Sehstörungen
 
Wie kann der Physiotherapeut helfen?
Die Möglichkeit der Physiotherapie liegt darin, durch gezielte manuelle Techniken die betroffenen Strukturen zu beeinflussen. Um eine umfassende Diagnose und die sich daraus ergebende, individuell  auf den Patienten abgestimmte  Behandlung zu gewährleisten, ist eine fachübergreifende Zusammenarbeit von Zahnärzten, Kieferorthopäden, HNO-Ärzten, Orthopäden, Logopäden und Physiotherapeuten erforderlich. Durch diese interdisziplinäre Zusammenarbeit erreichen wir ein optimales Therapieergebnis.


Medizinische Trainingstherapie
ist eine Therapieform, bei der es zu einer sinnvollen Verbindung krankengymnastischer Techniken mit Erkenntnissen der Sport- und Trainingswissenschaften kommt. Trainiert wird unter anderem an speziellen medizinischen Trainingsgeräten. Ziel ist dabei insbesondere die Schulung funktioneller Bewegungsabläufe, die Verbesserung der Muskelkraft, Kraftausdauer und der alltäglichen Belastungstoleranz sowie der alltäglichen Fähigkeiten.
 
 
 Massage
ist eine mit den Händen des Therapeuten ausgeführte Therapie. Bei der sog. klassischen Massage kommen Streichungen, Knetungen, Friktionen und Vibrationen zur Anwendung. Ziel ist die lokale Verbesserung der Durchblutung, die Lösung von Verklebungen im Gewebe, die Regulation der Muskelspannung und nicht zuletzt die Schmerzlinderung. Bei einer sog. Bindegewebsmassage werden Massagetechniken eingesetzt, die auf die inneren Organe und das vegetative Nervensystem einwirken.
 
 
Manuelle Lymphdrainage
wird eingesetzt, um den Abfluss von Flüssigkeit über das Lymph- und Venengefäßsystem sowie die Gewebsspalten zu verbessern. Dadurch werden Ödeme und Schwellungen abgebaut sowie Schmerzen gelindert. Sie ist eine Mechanotherapie, die mit den Händen sanft, rhythmisch und kreisförmig ausgeführt wird.
 
Elektrotherapie
 ist eine Behandlung mit medizinisch dosierten Strömen. Es gibt unterschiedliche Arten der Elektrotherapie. Bestimmte Stromformen werden z.B. bei Beschwerden an der Wirbelsäule oder den Gelenken eingesetzt. Therapieziel ist dann unter anderem die Schmerzlinderung oder Durchblutungsförderung. Andere Stromformen dienen der Aktivierung von Muskeln nach Lähmungen.
 
Wärmepackungen (Naturmoor)
 dienen der Muskelentspannung, Durchblutungsförderung und Schmerzlinderung bei Beschwerden am Bewegungsapparat. In entspannter Lage wird das Moor angelegt und langsam erwärmt. Diese sog. aufsteigende Wärme bewirkt eine Zunahme der arteriellen Durchblutung und fördert dadurch den Abtransport schmerzauslösender Substanzen. In unserer Praxis verwenden wir Einmal-Naturmoorpackungen.
 
Heißluft
 ist eine Wärmeanwendung mittels Strahler und dient der Durchblutungsförderung z.B. begleitend zu einer Massage. Sie wird sitzend oder in entspannter Lage durchgeführt.
 
Kältetherapie
 wird häufig in Begleitung zur Krankengymnastik angewendet. Spezielle eisgekühlte Gelbeutel werden gezielt eingesetzt, um Schmerzen zu lindern, Muskelspannungsstörungen zu regulieren sowie Schwellungen, Reizungen und Entzündungen zu mindern.